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Gesundheitsförderung für Ältere stärker im Präventionsgesetz verankern

Das Präventionsgesetz des Bundes soll die immer größer werdende Gruppe älterer Menschen deutlich stärker in den Blick nehmen als bisher vorgesehen. Diese wichtige Forderung richten die Gesundheitsministerinnen und -minister gemeinsam an den Bund. Darauf weist die nordrhein-westfälische Gesundheitsministerin Barbara Steffens (Grüne) hin. „Politik, Kranken- und Pflegekassen müssen den Blick viel stärker auf die Erhaltung der Gesundheit bei älteren Menschen richten. Insbesondere den Pflegekassen fehlt aber derzeit jede Motivation, sich aktiv an Präventionsmaßnahmen im Lebensumfeld älterer Menschen zu beteiligen“, erklärte Ministerin Steffens heute (30. Juni 2014) in Düsseldorf. „Wir brauchen wirksame Präventionsmaßnahmen und gezielte Gesundheitsförderung, damit im Alter ein Mehr an Lebenszeit auch als Gewinn an Lebensqualität empfunden wird“, so Steffens weiter.

 

Regional- und zielgruppenspezifische Konzepte

Gesamtstrategie von Da Gesundheitsförderung und Prävention gesamtgesellschaftliche Aufgaben sind, soll der Bund bei seinem Präventionsgesetz neben den gesetzlichen Krankenkassen auch die private Krankenversicherung und die weiteren Sozialversicherungsträger entsprechend ihren Aufgaben in eine nachhaltige Finanzierung einbeziehen, um dem steigenden Bedarf gerecht werden zu können. „Wir werden die Gesundheit und Lebensqualität der Bevölkerung nur dann wirksam weiter stärken können, wenn Bund, Länder, Kommunen und Sozialversicherungsträger gemeinsam eine Gesamtstrategie erarbeiten. Wir brauchen dazu Strukturen, mit denen wir die Menschen gezielt in ihrer jeweiligen Lebenswelt erreichen. Dazu müssen Präventionsmaßnahmen da implementiert und finanziert werden, wo die Menschen leben“, betont die Ministerin den Bedarf nach regional- und zielgruppenspezifischen Konzepten.

 

Mehr Prävention – geringere Pflegekosten

„Allein schon wenn für jeden älteren Menschen, der laut Begutachtung noch keine Pflegestufe benötigt, ein individuelles Konzept zur Gesundheitsförderung in seinem Quartier entwickelt und dies umgesetzt würde, könnte viel erreicht werden. Der größte Gewinn wäre natürlich eine Verlängerung der Lebensqualität im Alter. Mit gezielten Gesunderhaltungsprogrammen könnte aber auch an anderer Stelle viel Geld gespart werden. In Nordrhein-Westfalen würden die Pflegekassen rund 50 Millionen Euro pro Jahr von Ausgaben für Pflege entlastet, wenn der durchschnittliche Eintritt der Menschen in Pflegestufe eins um nur einen Monat nach hinten verschoben werden könnte“, so Steffens weiter. Mehr Prävention ist auch ein wichtiger Baustein für die Entwicklung altersgerechter Quartiere in Nordrhein-Westfalen.

 


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