Inhaltsbereich

Navigationsbild zu Presse

Pressemitteilung

16.06.2017 | Gesundheit: Ministerin Steffens: Manipulationen und Richtlinienverstöße bei Organvergabe müssen schonungslos aufgeklärt werden

Das Ministerium für Gesundheit, Emanzipation, Pflege und Alter teilt mit

Das nordrhein-westfälische Gesundheitsministerium begrüßt uneingeschränkt die regelmäßigen und detaillierten Prüfungen aller Transplantationszentren in Deutschland durch die Prüfungs- und Überwachungskommission der Bundesärztekammer. „Manipulationen und Richtlinienverstöße bei der Vergabe von Organen müssen schonungslos aufgeklärt werden. Nur so kann ein Vertrauen der Bevölkerung in die Organspende entstehen“, erklärte Ministerin Steffens anlässlich des heute in Berlin veröffentlichten Berichts der Prüfungs- und Überwachungskommission der Bundesärztekammer. „Die ohnehin schon knappen Transplantationsorgane müssen richtlinienkonform zugeordnet werden, damit genau diejenigen Patientinnen und Patienten lebensnotwendige Spenderorgane erhalten, die sie am dringendsten benötigen und wo die Aussicht auf eine erfolgreiche Transplantation am größten ist. Die Richtlinien sind gerade deswegen geschaffen worden, um unter Berücksichtigung des aktuellen Stands der medizinischen Wissenschaft eine gerechte Verteilung der zur Verfügung stehenden knappen Organe zu gewährleisten“, so Steffens weiter.

 

Aufgrund der in der Universitätsklinik Essen festgestellten Regelverstöße bei der Transplantation von Lebern in den Jahren 2012 - 2015 wurde bereits die  Staatsanwaltschaft eingeschaltet. Ihr obliegt jetzt die Bewertung aus strafrechtlicher Sicht. Die Verantwortlichen des Klinikums Essen sind nach Vorlage des Berichts der Prüfungskommission gefordert, kurzfristig zu prüfen, ob über bereits erste ergriffene Maßnahmen hinaus weitere – organisatorische und/oder personelle -  Konsequenzen zu ziehen sind.

 

Hintergrund:

  • In Umsetzung des Transplantationsgesetzes und aufgrund des besonderen Informationsinteresses veröffentlichen die Prüfungskommission und die Überwachungskommission sämtliche Stellungnahmen zu den bisher stattgefunden Prüfungen in anonymisierter Form. Alle Transplantationszentren in Deutschland werden mindestens einmal in einem Zeitraum von 36 Monaten vor Ort geprüft.
  • Regelverstöße gegen die Vorgaben des Transplantationsgesetzes und der Richtlinien der Bundesärztekammer können nicht nur zu straf- und berufsrechtlichen Konsequenzen führen. Auch der Entzug der Approbation der an den Verstößen beteiligten Ärztinnen bzw. Ärzten ist möglich.
  • Die Rechtsaufsicht über das Universitätsklinikum Essen liegt beim Ministerium für Wissenschaft und Forschung des Landes Nordrhein-Westfalen.

MGEPA im Überblick


© MHKBG Nordrhein-Westfalen