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Pressemitteilung

02.02.2017 | Gesundheit, Pflege: Ministerin Steffens: Geflüchteten Menschen eine Zukunft in Gesundheitsberufen bieten – Chancen für Gewinnung von Fachkräften nutzen

Erfolge bei der Fachkräftesicherung – steigenden Bedarfen auch durch berufliche Integration von Flüchtlingen begegnen
Das Ministerium für Gesundheit, Emanzipation, Pflege und Alter teilt mit:


Die aktuelle Landesberichterstattung Gesundheitsberufe zeigt, dass Nordrhein-Westfalen bei der Sicherung von Fachkräften im Pflege- und Gesundheitsbereich deutliche Erfolge erzielt. Doch unter anderem auf Grund der steigenden Zahl Pflegebedürftiger wird auch der Bedarf an qualifiziertem Personal zunehmen. Deshalb unterstützt das Land weitere Maßnahmen zur Gewinnung von Fachkräften in den Gesundheitsberufen. „Die Steigerung der Ausbildungszahlen in der Altenpflege um 80 Prozent zeigt, dass wir mit guten Konzepten viel bewegen können. Zukünftig brauchen wir mehr Fachkräfte in den Pflege- und Gesundheitsberufen. Auch um die Versorgung der zunehmenden Zahl von Pflegebedürftigen stärker an den Bedürfnissen der Menschen ausrichten zu können – und damit die Versorgungsqualität zu verbessern. Und um die Arbeitsverdichtung in den Gesundheitsberufen zu verringern und die Attraktivität dieser Berufe zu steigern“, erklärte Gesundheits- und Pflegeministerin Barbara Steffens heute (2. Februar 2.2017) zum Auftakt der Fachveranstaltung „Zukunftsperspektive Pflege- und Gesundheitsberufe“ in Düsseldorf.


Um Kommunen, Ausbildungsstätten und andere Akteurinnen und Akteuren im Gesundheitsbereich bei der bedarfsgerechten Weiter-entwicklung einer zukunftssicheren, hochwertigen Gesundheits-versorgung zu unterstützen, werden für die Landesberichterstattung Gesundheitsberufe alle zwei Jahre Statistiken zusammen geführt und analysiert sowie Einrichtungen befragt. Die aktuelle Berichterstattung zeigt deutlich mehr Beschäftigte und Auszubildende in den Gesund¬heitsberufen und einen Rückgang nicht besetzter, freier Stellen.


Um dem wachsenden Fachkräftebedarf zu begegnen, fördert das Land auch die Ausbildung von geflüchteten Menschen in Gesundheitsberufen und entsprechende Qualifizierungen. „Berufe im Pflege- und Gesundheitsbereich bieten geflüchteten Menschen die Chance, eine sinnvolle, qualifizierte und zukunftsfähige Tätigkeit auszuüben. Aber das funktioniert nicht nach dem Motto ‚Pflegen kann Jede oder Jeder‘, sondern wir wollen interessierten Frauen und Männern eine fundierte Ausbildung und eine sichere berufliche Perspektive anbieten“, sagte Ministerin Steffens. „Allein durch die berufliche Integration Geflüchteter werden wir den Fachkräftebedarf im Gesundheitsbereich zwar nicht decken können. Aber wir wollen diese Chance als einen Beitrag zur Gewinnung von qualifiziertem Personal nutzen und die geflüchteten Menschen bei der Integration unterstützen“, so Steffens weiter.

Im Dezember 2016 ist das Modellprojekt „Care for Integration“ gestartet, dass geflüchtete Menschen bei der Ausbildung zur Altenpflegehelferin oder Altenpflegehelfer, beim Erlernen der deutschen Sprache und bei der Integration unterstützt. An acht Standorten in NRW (Düsseldorf, Münster, Dortmund, Duisburg, Lippstadt/Soest, Heinsberg, Köln-Mülheim, Bielefeld) bietet das Projekt eine 18 monatige, berufsbegleitende Ausbildung. Bevor die Berufsausbildung beginnt, werden Teilnehmende bis zu zwölf Monate durch Sprachkurse, die Vermittlung kultureller Werte sowie Informationen über das Berufsleben in Deutschland vorbereitet. Bei Bedarf kann der Hauptschulabschluss erworben werden. Damit auch Müttern oder Vätern die Teilnahme möglich ist, wird vor Ort die Betreuung der Kinder sichergestellt.


Seit November 2016 fördert das MGEPA mit dem Projekt „welcome@healthcare“ die landesweite Koordinierung von Maßnahmen für Geflüchtete in Pflege- und Gesundheitsfachberufen und unterstützt ihre berufliche Integration. Unter anderem sollen Anforderungen, Zugangswege und Einsatzmöglichkeiten von geflüchteten Menschen in den Pflege- und Gesundheitsfachberufen geprüft und bewertet werden. Es sollen Möglichkeiten aufgezeigt werden, wie Geflüchtete für diese Berufe gewonnen werden können und der Weg in die Tätigkeit möglichst gut gelingt. Etwa welche Informationen und Unterstützung Geflüchtete benötigen, wie Sprach- und Fachkurse miteinander kombiniert angeboten werden können oder wie eine Ausbildung begleitet werden kann.

 

Hintergrund:

Prognosen zur steigenden Zahl Pflegebedürftiger in NRW

Konstante Variante:
Ausgehend von der Zahl der Pflegebedürftigen im Jahr 2013 ergeben sich bei angenommen gleichbleibendem Pflegerisiko auf Grund der steigenden Zahl Älterer folgende Prognosen:

Jahr                 Pflegebedürftige
2013                581.500
2030                706.000
2040                806.000
2050                943.000

Das würde bedeuten, in 25 Jahren werden fast 40 Prozent mehr Menschen in NRW pflegebedürftig sein als 2013.


Trendvariante:
Bei einem angenommen geringeren Pflegerisiko u.a. durch besser gesundheitliche Versorgung und Vorsorge ergeben die Prognosen für NRW (Ausgangszahl: Pflegebedürftige im Jahr 2013):

Jahr                 Pflegebedürftige

2013                581.500

2030                623.000

2040                697.000

2050                779.000

Demnach würden in 25 Jahren rund 20 Prozent mehr Pflegebedürftige in NRW leben als 2013.

 

Koordinierungsstelle welcome@healthcare

Für die LAG Wohlfahrtspflege NRW wird das Projekt vom Landesverband NRW des Deutschen Paritätischen Wohlfahrtsverbandes umgesetzt.

Paritätische Akademie LV NRW, Wuppertal
Sladjena Batinić, Tel.: 0202 - 2822 223
www.paritaetische-akademie-nrw.de/healthcare-nrw

 

Modellprojekt Care for Integration

Projektträger: Akademie für Pflegeberufe und Management (apm) sowie der Bundesverband privater Anbieter sozialer Dienste (bpa). Das Projekt wird mit Unterstützung des MGEPA, des Ministeriums für Arbeit, Integration und Soziales – Europäischer Sozialfonds –  sowie der Bundesagentur für Arbeit umgesetzt.

Akademie für Pflegeberufe und Management, Düsseldorf
Sina Yumi Wagner, Tel.: 0211- 311393 0
www.apm-nrw.de/ueber-uns/aktuelles/

 

Landesberichterstattung Gesundheitsberufe

Die „Landesberichterstattung Gesundheitsberufe Nordrhein-Westfalen 2015“ kann unter Publikationen kostenlos bestellt oder heruntergeladen werden.

Telefonische Bestellungen sind unter 0211 – 837-1001 bei Nordrhein-Westfalen direkt möglich. Bitte Veröffentlichungsnummer 220 angeben.

 

Altenpflegeumlage

Seit 2012 müssen sich alle in der Pflege tätigen Einrichtungen an den Ausbildungskosten beteiligen – auch wenn sie keine Pflegekräfte ausbilden. Die Zahl der Auszubildenden ist um über 80 Prozent von 10.000 (2012) auf rund 18.300 (2016) gestiegen.


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