inhaltsbereich

Navigationsbild zu Ratgeber

Tipps zur Einrichtung

Es gibt viele Möglichkeiten, die zu einer sicheren und angenehmen Gestaltung des Lebens in eigenen vier Wänden verhelfen. Oft kosten sie nur einige Handgriffe, wie das Verrücken von Möbeln oder das Beseitigen von Stolperfallen. Andere Maßnahmen lassen sich mit geringem finanziellen Aufwand bewerkstelligen. Auf den folgenden Seiten finden Sie viele Tipps zu möglichen Verbesserungen der Einrichtung, zur Sicherheit in Ihrer Wohnung und Beispiele für einige Hilfsmittel. Klicken Sie einfach die passenden Stichworte an.

 

Übersicht

Hauseingang
Hausflur und Treppenhaus
Keller
Wohnungsflur
Küche
Bad und WC
Wohnzimmer
Schlafzimmer
Balkon und Terrasse
Sicherheit in der Wohnung
Hilfsmittel
Selbstständig wohnen bei Demenz
Allgemeine Hinweise

 

Hauseingang

Hauseingang - Rampe

Ein ebenerdiger Hauseingang oder eine Rampe anstelle von Stufen ermöglichen den Zugang zum Haus ohne Hilfe, auch wenn man auf einen Rollstuhl oder eine Gehhilfe angewiesen ist. Wenn sich aber noch einige Stufen vor dem Hauseingang befinden, dann kann ein Handlauf wertvolle Hilfestellung geben. Dabei sorgt eine gute Beleuchtung des Hauseingangs für mehr Sicherheit und erleichtert die Orientierung. Damit Sie Ihre Tür beim Regen in Ruhe aufschließen können, sollte der Eingang am besten überdacht sein. Abstellflächen für Gehhilfe oder Einkaufstaschen sind ebenfalls nützlich.

Eine deutlich sichtbare Hausnummer und gut lesbare Klingelschilder sind wichtig, wenn beispielsweise der Notarzt schnell das richtige Haus finden muss. Ein rutschfester Bodenbelag und Fußmatten ohne Stolperkanten, zum Beispiel in den Boden eingelassen, vermindern die Gefahr von Stürzen.

Seitenanfang

 

Hausflur und Treppenhaus

Hausflur und Treppenhaus - Handlauf

Ein bequemes und sicheres Treppenhaus trägt entscheidend zur Erhaltung der Selbstständigkeit bei und verdient daher viel Aufmerksamkeit. Treppenstufen brauchen einen rutschfesten Belag, der nicht ausgetreten ist. Farbige Profile an den Stufenvorderkanten helfen dabei, die einzelnen Stufen besser zu unterscheiden und verhindern so das Stolpern. Ein Handlauf an jeder Seite der Treppe und ein Lichtschalter an jeder Tür geben zusätzliche Sicherheit. Die Treppenhausbeleuchtung sollte so eingestellt sein, dass Sie auch dann nicht im Dunkeln stehen, wenn Sie die Treppe nur langsam steigen können. Solche Maßnahmen lassen sich auch gut im Rahmen von ohnehin anstehenden Renovierungsarbeiten realisieren. Ein frühzeitiges Gespräch mit der Hauseigentümerin/dem Hauseigentümer ist daher empfehlenswert.

 

Hausflur und Treppenhaus - Rollaufzug

Wenn Sie große Probleme mit dem Treppen steigen haben, ist vielleicht auch ein Treppenlift die richtige Lösung. Treppenlifte gibt es in verschiedenen Ausführungen und für jede Treppenart. Wichtig ist, dass die Treppe breit genug ist. Eventuell kommt auch der nachträgliche Ein- oder Anbau eines Aufzugs in Frage. Solche Maßnahmen können recht kostspielig sein und hängen von verschiedenen technischen Voraussetzungen ab. Die Möglichkeiten müssen daher jeweils im Einzelfall geklärt werden.

Seitenanfang

 

Keller

Bei der Umgestaltung der Wohnung sollten auch der Zugang zum Keller und die Kellerräume nicht vergessen werden. Besonders wichtig ist hier eine ausreichende Beleuchtung, denn meist sind der Zugang zum Keller und die Kellerräume die dunkelsten Räume eines Hauses. Daher sollte ein Lichtschalter direkt neben der Zugangstür angebracht werden.

Auch bei der Kellertreppe ist auf einen durchgehenden und griffsicheren Handlauf zu achten. Der Durchgangsbereich sollte frei von Gegenständen sein, über die man stolpern könnte.

Seitenanfang

 

Wohnungsflur

Wohnungsflur - Ein alter Mann hängt seine Jacke auf

Im Flur braucht man ausreichend Platz und Abstellmöglichkeiten, deshalb sollen da nicht so viele Möbel stehen. Ein Stuhl ist zum Beispiel sehr praktisch, damit Sie sich die Schuhe bequem an- und ausziehen können. Ein langer Schuhanzieher oder ein Stock lassen sich im Schirmständer sicher unterbringen.

Die Garderobe sollten Sie bequem erreichen können. Telefonkabel sollten so angebracht sein, dass Sie nicht darüber stolpern können.

 

Wohnungsflur - Im Flur Wohnungsflur - Im Flur

Wenn Sie das Läuten der Tür manchmal überhören, liegt es vielleicht daran, dass Sie die hohen Töne der Klingel nicht hören. Ein Zweiton-Gong kann die Wahrnehmung der Klingel erleichtern. Für gehörlose Menschen empfiehlt sich die Montage einer Lichtzeichenklingel.

Seitenanfang

 

Küche

Küche - Eine Frau stellt ein Teller in die Mikrowelle

Damit das Arbeiten in der Küche besser von der Hand geht, lautet das wichtigste Rezept: Alles, was Sie zur Hand nehmen, sollte gut erreichbar und leicht zu verstauen sein. Die Handgriffe in der Küche sind oft so sehr zur Routine geworden, dass nicht leicht herauszufinden ist, was unbedingt verändert werden müsste. Dabei haben kleine Veränderungen oft schon erstaunlich positive Wirkungen. Wie oft zum Beispiel müssen Sie sich strecken oder bücken, weil Küchengeräte, Geschirr oder Lebensmittel nicht auf der richtigen Höhe untergebracht sind? Wie oft unternehmen Sie gefährliche Kletterpartien?

 

Küche - Ein Mann sitzt in einem Rollstuhl

Hängeschränke in der richtigen Höhe, ausziehbare Unterschränke, eventuell mit Hängekörben, die nachträglich eingebaut werden können, und gut erreichbare Haushaltsgeräte erleichtern Ihnen die Arbeit. Auch durch die richtige Höhe der Arbeitsflächen sparen Sie Kraft und entlasten Ihre Wirbelsäule. Praktisch ist ein Sitzplatz zum Arbeiten. Wenn das nicht möglich ist, ist vielleicht eine Stehhilfe das Richtige. Besonders über den Arbeitsflächen brauchen Sie gutes Licht.

Beseitigen Sie Unfallquellen, verändern Sie unbequeme Arbeitsabläufe. Trennen Sie sich von überflüssigen Möbeln und Geräten. Machen Sie sich auch mit den Angeboten des Fachhandels vertraut. Dort werden zahlreiche, oft recht preiswerte Hilfsmittel angeboten, die Ihnen die Küchenarbeit erleichtern können. Bei bestimmten Erkrankungen, etwa einseitiger Lähmung durch einen Schlaganfall, können solche Hilfsmittel auch von der Krankenkasse finanziert werden.

Seitenanfang

 

Bad und WC

Bad und WC - Eine ältere Dame sitzt vor einem Spiegel im Bad

Gerade hier möchte jeder natürlich so lange wie möglich ohne fremde Hilfe auskommen, und Einschränkungen werden oft als besonders schmerzlich empfunden. Dabei lässt sich auch hier teilweise mit wenig Aufwand Abhilfe schaffen. Ein Waschbecken, das ausreichende Beinfreiheit bietet, und ein in Augenhöhe angebrachter und gut beleuchteter Spiegel ermöglichen es Ihnen, sich auch im Sitzen zu waschen oder zu frisieren. Einhand-Mischbatterien, Armaturen mit integrierter Handbrause oder Infrarot-Sensor können die Handhabung erheblich erleichtern.

 

Bad und WC - Eine Badewanne mit einem Haltegriff und einem Badewannenstuhl

Viele Unfälle im Haushalt passieren im Bad. Deshalb sollte hier auf Sicherheit besonders viel Wert gelegt werden. Die Badezimmertür sollte im Notfall auch von außen entriegelt werden können. Wenn sie nach außen aufgeht, kann sie auch geöffnet werden, wenn der Badbenutzer innen davorliegt, z.B. nach einem Schwächeanfall. Schmale Badezimmertüren müssen verbreitert werden, wenn Sie auf eine Gehhilfe oder einen Rollstuhl angewiesen sind. Ist vor und hinter der Tür zu wenig Platz, kann vielleicht eine Schiebetür eingebaut werden.

Der Bodenbelag sollte auch bei Nässe rutschfest sein. Glatte Fliesen sind meist ungeeignet, besser ist ein profilierter Kunststoffbelag. Aus hygienischer Sicht empfehlenswerter sind jedoch rutschfeste Fliesen mit rauher Oberfläche und hohem Fugenanteil (= kleine Fliesenformate). In Wanne und Dusche gehören rutschfeste Matten. Besonderen Wert sollten Sie auch auf stabile Halte- und Stützgriffe überall dort legen, wo Sie sich festhalten oder abstützen müssen, zum Beispiel an der Badewanne. Die Haltegriffe sollten farblich einen guten Kontrast zur Wand bilden, damit sie auch bei nachlassender Sehkraft gut wahrgenommen werden können. Wenn der Badewannenrand zu hoch ist, kann ein Wannenlifter nützlich sein. Er schmälert zwar etwas den Badekomfort, lässt sich aber bequem heben und senken und ermöglicht Ihnen so den Ein- und Ausstieg ohne fremde Hilfe.

 

Bad und WC - Eine Dusche

Wenn die Nutzung der Badewanne auch mit Hilfsmitteln zu beschwerlich ist, sollte der nachträgliche Einbau einer Dusche in Betracht gezogen werden. Dabei empfiehlt sich ein bodengleicher Zugang ohne Stolperschwellen. Ein rutschfester Bodenbelag, ein stabiler Duschhocker, eine abnehmbare Handbrause und natürlich gute Haltegriffe sollten nicht fehlen.

 

Bad und WC - Die Toilette

Die üblichen Toiletten sind für viele Menschen zu niedrig. Das beschwerliche Hinsetzen und Aufstehen lässt sich durch das Anbringen von Haltegriffen erleichtern. Genügt das nicht, kann die Toilette durch einen Aufsatz oder Sockel erhöht werden. Bei Neueinbau kann direkt ein höheres Stand- oder Hänge-WC installiert werden. Die Papierrolle sollte gut erreichbar sein.

Seitenanfang

 

Wohnzimmer

Wohnzimmer - Drei ältere Menschen sitzen in einem Wohnzimmer

Für die Sitzmöbel im Wohnzimmer gilt: Nicht alles, was bequem aussieht, ist auch bequem. Häufig sind Sofas und Sessel zu niedrig, und das Hinsetzen und Aufstehen ist mühselig. Holzklötzchen vom Schreiner oder spezielle Distanzstücke aus dem Fachhandel sorgen für preiswerte Abhilfe. Damit Sie auch am Abend ohne Mühe lesen, Handarbeiten oder anderen Hobbies nachgehen können, sollten Sie mehrere Lichtquellen haben. Die Beleuchtung sollte zielgerichtet und in der Stärke regulierbar sein.

 

Schlafzimmer

Schlafzimmer - Eine Frau und ein älterer Mann im Schlafzimmer

Das Schlafzimmer gerät häufig erst dann in den Blick, wenn es wegen Krankheit oder Pflegebedürftigkeit intensiver genutzt wird. Dann wundert man sich oft, was sich auf und neben den Schränken oder unterm Bett alles angesammelt hat.

Ein Bett, das frei zugänglich ist, erleichtert die tägliche Nutzung genauso wie die Pflege. Wenn es zu niedrig ist, kann das Bett wie die Sitzmöbel durch Holzklötzchen in die richtige Höhe gebracht werden. Auf ausreichende Stabilität sollte dabei Wert gelegt werden. Ein in Kopf- und Fußteil verstellbarer, einfach zu bedienender Lattenrost verbessert oft den Liegekomfort. Bei einem Bett mit stabilem Rahmen ist der Einbau in der Regel auch nachträglich möglich.

Schlafzimmer - Ein Telefon und eine Lampe

Wenn Sie die Neuanschaffung eines Bettes planen: Spezielle Senioren- oder Pflegebetten sehen wohnlich aus und bieten viel Komfort, zum Beispiel sind sie höhenverstellbar und haben mehrfach geteilte und verstellbare Liegeflächen. Bei Bedarf kann auch Zubehör, beispielsweise ein Bettgalgen zum Aufstehen, ergänzt werden. Der Handel bietet mittlerweile eine große Auswahl solcher Betten, die allerdings in Qualität und Preis stark variieren. Gute Beratung und sorgfältige Auswahl sind daher besonders wichtig. Unter bestimmten Voraussetzungen kann ein Pflegebett auch von der Kranken- oder Pflegekasse zur Verfügung gestellt werden.

 

Schlafzimmer - Ein Telefon und eine Lampe

Hilfreich ist auch, wenn Sie vom Bett aus bequem für ausreichende Beleuchtung sorgen können, ohne sich erst im Dunkeln zum Lichtschalter vortasten zu müssen. Genauso wichtig ist auch eine gut erreichbare und ausreichend große Ablage am Bett, insbesondere um auch das Telefon und eventuell eine Notrufanlage in Reichweite zu haben.

Seitenanfang

 

Balkon und Terrasse

Balkon und Terrasse - Eine ältere Dame auf dem Balkon

Balkon, Terrasse oder Garten sind besonders dann eine erholsame Abwechslung, wenn man stark an die Wohnung gebunden ist. Leider sind viele Balkone und Terrassen aber nur schwer begehbar, weil Höhenunterschiede und hohe Türschwellen überwunden werden müssen. Mit einem Lattenrost aus Holz, der an die Schwelle gelegt wird und den Höhenunterschied ausgleicht, kann dieses Problem mit relativ wenig Aufwand gelöst werden.

 

Balkon und Terrasse - Ein BalkoneingangAchtung: Erhöht sich das Fußbodenniveau auf dem Balkon, sollte aus Sicherheitsgründen auch die Balkonbrüstung entsprechend erhöht werden, beispielsweise durch Blumenkästen oder einen zusätzlichen Handlauf.

Seitenanfang

 

Sicherheit in der Wohnung

Das Thema Sicherheit kann aus mehreren Blickwinkeln betrachtet werden.

 

1. Sicherheit vor Einbrechern

Rollläden an den Fenstern schützen nicht nur vor Sonneneinstrahlung, sondern erschweren auch Einbrecher den Zugang zu Ihrem Eigentum. Die Bedienung von Hand stellt jedoch, insbesondere bei großen Fenstern, oft ein Problem dar. Der nachträgliche Einbau eines Elektromotors kann hier Abhilfe schaffen.

Die Wohnungseingangstür ist oft so alt wie das Haus selbst und entspricht nicht mehr dem heutigen Sicherheitsbedürfnis älterer Menschen. Neben Sicherungsmaßnahmen wie dem Einbau eines neuen Schlosses oder dem Einbau von Tür-Zusatzschlössern ist ein Türspion in der richtigen Höhe und eine Gegensprechanlage eine wichtige Ergänzung.


2. Sicherheit vor Unfällen und Bränden

Hochstehende Teppichkanten, rutschige Läufer, scharfe Möbelkanten, lose herumliegende Kabel oder schlechte Beleuchtung sind gefährliche Unfallquellen. Hier kann meist schnell und preiswert Abhilfe geschaffen werden. Entfernen Sie Teppiche, über die Sie stolpern könnten. Legen Sie Kabel so, dass sie nicht ständig darüber laufen müssen. Lassen Sie gegebenenfalls zusätzliche Steckdosen ergänzen. Prüfen Sie, ob Sie wirklich alle Möbel in Ihrer Wohnung brauchen, und trennen Sie sich von überflüssigen Teilen. Kleine Räume wirken so oft großzügiger, sodass Sie dadurch mehr Bewegungsfreiheit gewinnen. Zu hoch angebrachte Fenstergriffe erschweren oft die Bedienung. Im Fachhandel sind Fenstergriff-Verlängerungen erhältlich, und bei Holzfenstern kann es möglich sein, die Griffe auch im Nachhinein niedriger zu setzen.

  • Rauchmelder:

Häufige Ursache von Wohnungsbränden sind technische Defekte in elektrischen Geräten. Während tagsüber Brände schnell bemerkt werden können, werden die Opfer nachts von den giftigen Dämpfen überrascht. Der laute Alarm des Rauchmelders warnt rechtzeitig vor der Gefahr, bevor sich tödliche Rauchgaskonzentrationen gebildet haben.

  • Herd mit Abschaltautomatik:

Herdüberwachungssysteme schalten den Herd nach einer bestimmten Zeit automatisch ab und können mittels eines Sensors erkennen, dass eine Überhitzung droht, weil die falsche Herdplatte eingeschaltet wurde oder weil der Topf ohne Inhalt aufgesetzt wurde. Auch in diesen Fällen wird der Herd abgeschaltet.

 

3. Hilfe im Notfall

Das Telefon ist oft im Wohn- oder Schlafzimmer besser aufgehoben als im Flur. Ein schnurloses Telefon können Sie sogar immer bei sich tragen. Nachteilig bei allen schnurlosen Modellen sind die meist sehr kleinen und schlecht erkennbaren Tasten. Spezielle Geräte für sehbehinderte oder motorisch eingeschränkte Menschen, z.B. mit großen, gut lesbaren Tasten, sind hilfreich, bisher aber leider nur mit Kabel erhältlich. Mit einem Zusatzgerät zum Telefon kann das Klingelsignal auch optisch angezeigt werden.

Hilfe im Notfall kann über ein Hausnotrufsystem herbeigerufen werden. Das Notrufsignal wird dabei an einen Notrufdienst weitergeleitet. Der Notruf kann über das Telefon oder über einen so genannten Funkfinger ausgelöst werden, den Sie immer griffbereit am Körper tragen können.

Seitenanfang

 

Hilfsmittel

Sehr oft sind keine großen Veränderungen nötig, um Ihnen das Leben zu erleichtern. Häufig sind es ja gerade die täglichen Verrichtungen und Handgriffe, die bei einer Behinderung, Krankheit oder mit zunehmendem Alter immer schwerer fallen oder ganz unmöglich sind. Scheuen Sie sich nicht, Hilfe anzunehmen. Aber erhalten Sie sich jedes Stück Ihrer Selbstständigkeit so lange, wie es geht.

Es gibt zahlreiche, oft recht preiswerte Hilfsmittel, die Ihnen die selbstständige Lebensführung leichter machen. Viele davon sind so praktisch, dass sie eigentlich in jedem Haushalt vorhanden sein sollten. Zahlreiche Hilfsmittel werden von den Krankenkassen, von den Pflegekassen und unter Umständen auch vom Sozialamt übernommen.

Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in den Wohnberatungsstellen kennen das Angebot an Hilfs- und Pflegehilfsmitteln sehr gut. Auf Wunsch helfen sie Ihnen, das Hilfsmittel auszuwählen, das sich in der Praxis bewährt hat und für Ihre Bedürfnisse am besten geeignet ist.

 

Besteckgriff

Besteckgriffe

Wenn Sie Probleme mit dem Greifen und Festhalten haben, können Sie Ihr Besteck mit Griffen handlicher machen. Die Griffe sind auswechselbar,,sehr leicht und liegen gut in der Hand.

 

Fixierbrett

Fixierbrett mit Brot und einem Messer

Bei der Küchenarbeit ist ein Fixierbrett praktisch. Vom Brot bis zur Schüssel können Sie darauf alles festklemmen. Nichts rutscht mehr weg, Schneiden oder Rühren geht leichter von der Hand.

 

Gehhilfe

Gehhilfe

Die praktischen Begleiter werden inzwischen für drinnen und draußen, zusammenfaltbar oder mit Sitz, mit Einkaufskorb oder ohne angeboten.

 

Klammergabel

Klammergabel hält eine Brotscheibe auf einem Teller fest

Wer mit einer Hand essen muss, kann diese Gabel am Tellerrand befestigen. Sie hält dann fest, was Sie schneiden wollen.

 

Rauchmelder

Bevor der Topf auf dem eingeschalteten Herd Feuer fängt, oder die vergessene Zigarette den Teppichboden in Brand setzt, warnt ein Rauchmelder unüberhörbar vor der drohenden Gefahr.

 

Schälmesser

Eine Hand hält eine Kartoffel in der Hand

Das Messer wird am Küchentisch oder an der Spüle befestigt. Es hat zwei Schneiden, damit Sie Obst und Gemüse auch mit nur einer Hand bearbeiten können.

 

Schuhanzieher

Ein Stiefelknecht oder ein langer Schuhanzieher erleichtern Ihnen das An- und Ausziehen Ihrer Schuhe.

 

Stehhilfe

Wenn Sie schnell ermüden und Ihren Rücken und die Füße entlasten müssen, ist eine Stehhilfe geeignet, um Sie bei der Küchenarbeit zu unterstützen.

 

Tablett für Einhänder

Eine Hand hält ein Tablett

Der rutschfeste Belag und der stabile Griff machen das Tablett für Einhänder und auch für Zweihänder sehr praktisch.

 

Tellerrand

Ein Tellerand

Wenn Sie mit einer Hand essen müssen, hilft ein Kunststoffrand, der sich auf die meisten Teller aufstecken läßt.

 

Toilettenbürste

Nie wieder bücken. Eine Toilettenbürste mit langem Stiel erleichtert die Reinigung der Toilette.

 

Transportable Rampen

Einige wenige Stufen zum Hauseingang können Rollstuhlfahrer/Innen und ihre Helfer auch mit transportablen Rampen überbrücken. Der Auf- und Abbau erfordert allerdings eine starke Begleitperson.

 

Treppensteighilfen

Treppensteighilfen ermöglichen Rollstuhlfahrer/Innen, Treppen mit geringem Kraftaufwand zu überwinden. Das Treppenmobil ist ein Zusatzgerät, das an fast jedem Faltrollstuhl montiert werden kann und auch bei gewendelten Treppen einsetzbar ist. Bei der Benutzung ist aber eine rüstige Begleitperson erforderlich. Die Treppenraupe bietet Rollstuhlfahrer/Innen auch die Möglichkeit, Treppen alleine zu überwinden.

 

Universalhalter

Eine Hand hält einen Schlüsselhalter

Wenn Sie Drehknöpfe oder Schlüssel nicht mehr gut greifen können, leistet ein Universalhalter gute Dienste. Die Aufsteckseite passt sich etwa der Form des Schlüssels an und kann nicht abrutschen. Der Kraftaufwand für Drehbewegungen wird wesentlich verringert. Den Universalhalter können Sie auch für Drehknöpfe, beispielsweise an Heizungen, Herden oder Wasserhähnen nutzen.

Seitenanfang

 

Selbstständig wohnen bei Demenz

Demenzerkrankungen stellen ganz besondere Anforderungen an eine Wohnraumanpassung. Denn Änderungen innerhalb der Wohnung verursachen bei Menschen mit verminderter Gedächtnisleistung oft erhebliche Orientierungsprobleme und können zum weiteren Verlust von Alltagsfähigkeiten führen.

 

Deshalb gilt: Einfach und übersichtlich – gewohnt und vertraut

Vielfach haben Demenzkranke Schwierigkeiten, sich in ihrer Wohnung zurechtzufinden. Zwei Aspekte sollten daher grundsätzlich bei einer Wohnraumanpassung berücksichtigt werden: Zum einen sollte die Wohnung einfach und übersichtlich gestaltet sein. Zum anderen ist es für den Kranken hilfreich, wenn er durch Gewohntes bei der Bewältigung seines Alltags unterstützt wird.

Häufig ist es dem Demenzkranken nicht mehr möglich, die Folgen seines Handelns hinreichend zu überblicken. Hinzu kommen motorische Schwierigkeiten, die die Gefahr eines Unfalls zusätzlich erhöhen. Daher sollten entsprechende Vorsichtsmaßnahmen getroffen werden, die sich jedoch im Sinne des Betroffenen auf ein Maß beschränken sollten, das dem Stadium seiner Erkrankung angemessen ist. Beispiele: Versehen Sie Teppiche und glatte Böden mit rutschfesten Belägen und beseitigen Sie Stolperfallen wie beispielsweise Läufer oder freiliegende Telefonkabel.

 

Besondere Vorkehrungen bieten Sicherheit und Schutz

Um den Kranken vor den für ihn oftmals nicht vorhersehbaren Konsequenzen seines eigenen Handelns zu schützen, kann es erforderlich sein, schwer entriegelbare Sicherungen an Fenstern in oberen Stockwerken anzubringen. Diese lassen sich dann nur noch maximal zehn Zentimeter weit öffnen.

Markieren Sie die Heißwasserhähne und stellen Sie den Heißwasserboiler auf eine niedrige Temperatur ein oder lassen Sie gegebenenfalls einen Temperaturbegrenzer einbauen, damit sich der Kranke nicht verbrühen kann.

Achten Sie beim Kauf einer Waschmaschine oder einer Geschirrspülmaschine darauf, dass diese mit einem Aqua-Stopp ausgestattet sind und sich während des Waschvorgangs nicht öffnen lassen.

Das Bügeleisen sollte sich bei längerer Nichtbenutzung eigenständig ausschalten, nicht benutzte Steckdosen sollten abgedeckt werden. Handelsübliche Zeitschaltuhren schalten versehentlich angelassene Geräte wie Fernseher, Kaffeemaschinen oder Wasserkocher automatisch ab.

Nachträglich eingebaute Rauch-, Gas- und Wassermelder warnen den Kranken beziehungsweise seine Angehörigen im Notfall.

Seitenanfang

 

Allgemeine Hinweise

Wenn Sie einen Umbau planen und zur Miete wohnen, müssen Sie Ihren Vermieter über die geplante Maßnahme informieren. Er kann seine Einwilligung zu einem behinderungsgerechten Umbau der Wohnung nicht verweigern, ist aber berechtigt, von Ihnen die Zahlung einer zusätzlichen Sicherheit zu fordern oder Sie zum Rückbau bei Auszug zu verpflichten.


MGEPA im Überblick


© MGEPA Nordrhein-Westfalen