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Pressemitteilung

13.06.2013 | Alter: Ministerin Steffens: Masterplan altengerechte Quartiere.NRW gestartet - Landesbüro unterstützt Kommunen beim Umbau

Das Ministerium für Gesundheit, Emanzipation, Pflege und Alter des Landes Nordrhein-Westfalen teilt mit:

Den Startschuss für den "Masterplan altengerechte Quartiere.NRW" hat Ministerin Barbara Steffens heute (13.Juni 2013) im Rahmen einer gemeinsamen Fachtagung mit Vertreterinnen und Vertretern aus Kommunen, Kirchen, Wohlfahrtsverbänden, Pflege- und Altenarbeit in Düsseldorf gegeben. "Die meisten älteren Menschen wollen so lange wie möglich in ihrem vertrauten Wohnumfeld leben - auch bei zunehmender Pflegebedürftigkeit. Darauf muss sich die gesamte Gesellschaft einstellen", sagte Ministerin Steffens. "Nur wenn es uns gelingt, die für die steigende Zahl älterer Menschen notwendigen Hilfestrukturen im Quartier zu integrieren, werden wir die Herausforderungen des demographischen Wandels meistern können", so Steffens weiter.


Bis zum Jahr 2030 werden in Nordrhein-Westfalen nach Prognosen rund 28 Prozent mehr über 65-Jährige leben (insgesamt rund 4,7 Millionen) und rund 42 Prozent mehr über 80-Jährige (1,3 Millionen). Ministerin Steffens: "Die Ergebnisse von Umfragen sind erschreckend: Statt Freude über das Altwerden grassiert die Angst vor Vereinsamung in anonymen Strukturen. Wohnquartiere, die Orte von Lebensfreude und sozialem Miteinander sind, können diese Ängste nehmen."


Ziel des "Masterplans altengerechte Quartiere.NRW" ist eine breite Unterstützung der Kommunen bei der Entwicklung örtlicher Strukturen, die älteren Menschen mit und ohne Pflegebedarf ein selbstbestimmtes Leben bei einem möglichst langen Verbleib im vertrauten Wohnviertel sichern.

Er besteht neben einem Leitlinienpapier zum Gesamtprojekt vor allem aus zwei Kernbestandteilen:

  • Dem internetgestützten Methoden- und Instrumentenkasten unter www.aq-nrw.de. Dort erhalten Kommunen (und andere Interessierte) konkrete Handlungsempfehlungen für die Quartiersentwicklung. Auch Informationen zu Fördermöglichkeiten und Beteiligungsinstrumenten werden dort abrufbar sein.
  • Dem "Landesbüro altengerechte Quartiere.NRW" mit Sitz in Bochum. Hier können sich Kommunen von bis zu acht Expertinnen und Experten verschiedener Fachrichtungen Unterstützung bei der Anwendung des "Baukastens" und beim konkreten Prozess vor Ort holen.


Torsten Bölting, Projektleiter Landesbüro altengerechte Quartiere.NRW: "Das Landesbüro versteht sich als Servicestelle für die Kommunen. Mit unserem Team, das verschiedene Professionen von der Stadtplanung bis zur Pflege versammelt, wollen wir die lokalen Akteurinnen und Akteure dabei unterstützen, ihre Quartiere demographiefest zu machen. Die Menschen in den Kommunen dabei zu beraten, wie sie auf ihre Bedarfe abgestimmte Konzepte entwickeln können, damit der weit verbreitete Wunsch nach einem selbstständigen und selbstbestimmten Leben auch bei Unterstützungs- und Pflegebedarf möglichst lange in Erfüllung geht, ist ein schöner Auftrag, den wir gern und engagiert angehen."


Begleitet wird die Umsetzung des "Masterplans" durch:

  • Workshops in allen Regionen Nordrhein-Westfalens. "Die Überzeugung von den Chancen einer altengerechten Quartiersentwicklung muss auch in den Köpfen der Verantwortlichen in unserem Land ankommen", betont Ministerin Steffens.
  • Eine Reform des Landespflegerechts, die den Aufbau neuer Pflegestrukturen im Quartier durch gesetzliche Rahmenbedingungen unterstützt.
  • Die Bündelung von 8,7 Millionen Euro im Landesförderplan Alter und Pflege, damit das Quartiersmanagement, kommunale Quartiersmanagerinnen und -manager sowie einzelne Bausteine der Quartiersentwicklung in den Kommunen gezielter gefördert werden können.


Positive Beispiele zu wichtigen Elementen der Quartiersentwicklung existieren bereits durch Modellprojekte in Duisburg, Erkrath, Gladbeck, Mönchengladbach und Troisdorf. Dr. Stephan Kuhnert, Beigeordneter der Stadt Troisdorf, berichtete bei der Fachtagung nicht nur von der Notwendigkeit, sondern auch von den Chancen einer Bürgerbeteiligung bei der Quartiersentwicklung.


„Der partizipative Ansatz ist eines der wenigen Instrumente, mit denen die kommunalen Soziallasten aktiv gesteuert werden können. Denn wer in seinem Wohnumfeld bleiben kann, braucht keinen teuren Heimplatz. Die Stadt aktiviert und moderiert das starke Bedürfnis vieler Quartiersbewohner, sich für andere einzusetzen. Sie gibt dem Engagement Rahmen, Struktur und Richtung. Im Idealfall ist die Selbstorganisation der Bewohner nach einigen Jahren so stark, dass sie die kommunale Begleitung nicht mehr braucht. Ein schöner Nebeneffekt ist, dass dabei ein deutlich positiveres Bild von 'Verwaltung' entsteht: Sie ist nicht mehr obrigkeitliche Entscheidungsinstanz, sondern Partner auf Augenhöhe“, sagte Kuhnert.

 

"Masterplan altengerechte Quartiere.NRW" zum Download

Landesbüro altengerechte Quartiere.NRW www.aq-nrw.de

 

 


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