Konzertierte Aktion gegen Brustkrebs
Damit die Ergebnisse im Kampf gegen die Krankheit messbar besser werden, hat das nordrhein-westfälische Gesundheitsministerium gemeinsam mit allen Beteiligten des Gesundheitswesens eine „Konzertierte Aktion gegen Brustkrebs” gestartet. Durch diese Initiative ist die Qualität in der Früherkennung, Diagnostik, Behandlung und Nachsorge einschließlich psychosozialer Beratung und Patienteninformation bei Brustkrebs deutlich verbessert werden. Engagiert im Aktionsbündnis sind die Krankenkassenverbände, Ärztekammern, die Kassenärztlichen Vereinigungen, die Krankenhausgesellschaft Nordrhein-Westfalen, die freie Wohlfahrtspflege, die Landeskrebsgesellschaft und Vertreterinnen von Selbsthilfegruppen.
Früherkennung
Die Früherkennung ist eine der besten Waffen im Kampf gegen Brustkrebs. Daher bieten die gesetzlichen Krankenkassen jeder Frau ab 30 Jahren eine kostenfreie Tastuntersuchung und Anleitung zur Selbstuntersuchung im Rahmen der jährlichen gynäkologischen Vorsorgeuntersuchungen durch die Ärztin oder den Arzt an.
Frauen im Alter zwischen 50 und 69 haben aufgrund ihres höheren Erkrankungsrisikos alle 24 Monate Anspruch auf eine Röntgenuntersuchung der Brust – die Mammographie. Für Frauen unter 50 Jahren wird derzeit ein Mammographie-Screening nicht generell empfohlen. Selbstverständlich haben aber auch diese Frauen zum Beispiel bei Verdacht auf Brustkrebs Anspruch auf eine Mammographie.
Brustzentren
Mehr Qualität in Diagnostik und Behandlung von Brustkrebs soll in Nordrhein-Westfalen durch die bereits erfolgte Ausweisung von mehr als 40 Brustzentren mit fast 100 Operations-Standorten erreicht werden. Die Anerkennung als Brustzentrum setzt unter anderem voraus, dass dort mindestens 150 Erstoperationen pro Jahr durchgeführt werden und jede Operateurin und jeder Operateur jährlich mindestens 50 Operationen nachweisen kann.
Neben Operationen müssen die Zentren alle diagnostischen Verfahren, Bestrahlung, Chemotherapie und psychologische Betreuung auf hohem Niveau gewährleisten. Die Brustzentren müssen zudem mit niedergelassenen Gynäkologinnen und Gynäkologen sowie weiteren Spezialisten ein regionales Netzwerk bilden.
Außerdem müssen die Brustzentren sicherstellen, dass alle Patientinnen umfassend informiert und betreut werden. In so genannten Zertifizierungsverfahren wird regelmäßig überprüft, ob die hohen Qualitätsanforderungen auf Dauer erfüllt werden.