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Sexualisierte Gewalt

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Die repräsentative Studie des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend "Lebenssituation, Sicherheit und Gesundheit von Frauen in Deutschland" aus dem Jahre 2004 hat ergeben, dass fast jede siebte befragte Frau nach ihrem 16. Lebensjahr in strafrechtlich relevanter Weise sexualisierte Gewalt erlebt hat, jede zweite Person wurde schon einmal sexuell belästigt.

Unter „sexualisierter Gewalt“ versteht man

  • sexuelle Nötigung bis hin zur Vergewaltigung,
  • sexuellen Missbrauch von Kindern, aber auch
  • sexuelle Belästigungen, die noch keinen Straftatbestand erfüllen.

Bei sexualisierter Gewalt, die überwiegend von männlichen Tätern an Frauen und Mädchen begangen wird, geht es weniger um sexuelles Verlangen als vielmehr um die Ausübung von Macht und Kontrolle des Täters über sein Opfer.

Schutz und Hilfe erhalten Frauen, die von sexualisierter Gewalt betroffen sind, bei den mit Landesmitteln geförderten 47 Einrichtungen gegen sexualisierte Gewalt, aber auch bei den 58 allgemeinen Frauenberatungsstellen und in den 62 Frauenhäusern

 

Weiterführende Informationen

Hilfeangebote für von Gewalt betroffene Frauen

 

 

Anonyme Spurensicherung (ASS) nach sexualisierter Gewalt an Frauen und Mädchen in NRW

Erfahrungen von Frauenhilfeeinrichtungen belegen, dass von sexualisierter Gewalt betroffene Frauen und Mädchen im Anschluss an die Gewalthandlung häufig nicht in der Lage oder bereit sind, die Tat anzuzeigen. Ohne Strafanzeige werden Tatspuren im Regelfall nicht gesichert und stehen damit bei einem zukünftigen Strafverfahren nicht als Beweismittel zur Verfügung. Allein die mündliche Aussage der Opferzeugin ist mangels weiterer Beweismittel für eine Anklageerhebung oft nicht ausreichend. Vor diesem Hintergrund strebt  das Land Nordrhein-Westfalen ein bedarfsorientiertes und flächendeckendes System zur anonymen Spurensicherung nach sexualisierter Gewalt (ASS) an, das Betroffenen im Bedarfsfall schnelle Hilfe und Unterstützung ermöglichen soll.


 

Bestandsaufnahme regionaler Projekte der Anonymen Spurensicherung in NRW 

Um einen Überblick über den Bestand der regionalen ASS - Modelle in NRW zu erhalten, wurde im Frühjahr 2015 ein wissenschaftlicher Untersuchungsauftrag an die Universität Bielefeld vergeben, bei dem auch Beispiele guter Praxis aus anderen Ländern in den Blick genommen werden sollten. Der Endbericht dieser Bestandsaufnahme liefert eine fachliche Analyse der bestehenden ASS – Netzwerke und gibt zahlreiche Anregungen zur fachlichen Optimierung und regionalen Verteilung von ASS - Angeboten in NRW.    

Zum Bericht


 

Vorübergehende Förderung von Kooperationen zur anonymen Spurensicherung (ASS) im Haushaltsjahr 2017

In NRW gibt es derzeit über 20 regional agierende Netzwerke zur ASS, die überwiegend aus Frauen-Notrufen, Frauenberatungsstellen, Opferschutzeinrichtungen, rechtsmedizinischen Instituten, Klinken und niedergelassenen Ärztinnen und Ärzten bestehen. Diese verfolgen einerseits das Ziel, Spuren sexualisierter Gewalt durch Ärztinnen und Ärzte in Krankenhäusern oder durch niedergelassene Medizinerinnen oder Mediziner zu dokumentieren und dann anonym gerichtsfest zu sichern. Andererseits ist es aber auch ein Anliegen, den betroffenen Frauen durch ihre Weitervermittlung an eine kompetente Beratungseinrichtung Schutz und Hilfe zu gewähren. Die Arbeit dieser Netzwerke zur ASS wird dabei regional unterschiedlich finanziert und zum Teil auch mit erheblichem ehrenamtlichen Einsatz ermöglicht.

Bis zur Fertigstellung eines landesweiten Gesamtkonzeptes möchte das Land Nordrhein-Westfalen die Aktivitäten örtlicher Kooperationen zur ASS übergangsweise fördern und hat hierzu – erstmals für das Haushaltsjahr 2015 - ein entsprechendes Förderkonzept entwickelt. Auf diese  Weise können bestehende und auch sich neu gründende regionale Netzwerke zur ASS vorübergehend mit Landesmitteln unterstützt werden.

Daneben unterstützt das Land Nordrhein-Westfalen die Arbeit einer zeitlich befristeten Landeskoordinierungsstelle zur Begleitung regionaler und überregionaler Aktivitäten zur ASS. Zu den Aufgabenschwerpunkten dieser Einrichtung gehören auch die Beratung regionaler ASS-Kooperationen und die Unterstützung bei der Gründung neuer ASS-Modelle in nicht versorgten Gebieten. Hierzu können im Bedarfsfall auch Schulungen und Fortbildungen angeboten werden.

Die Aufgaben der Landeskoordinierungsstelle werden durch den Notruf für vergewaltigte Frauen und Mädchen e.V. Aachen, stellvertretend für den  Landesverband autonomer Frauen-Notrufe NRW e.V. - unter der Rufnummer 0241-542220 sowie per E-Mail unter info@frauennotrufe-nrw.de wahrgenommen.


Informationen zu Fördermöglichkeiten


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