Inhaltsbereich

Navigationsbild zu Frauen

Runder Tisch Prostitution

Das frauenpolitische Portal für NRW

frauennrw.de

Prostitution ist kein Beruf wie jeder andere. Wer ihn aber ausüben will, soll dies nach Auffassung der Landesregierung unter rechtsstaatlichen und menschenwürdigen Bedingungen tun können. Prostituierte sollen nicht an den Rand der Gesellschaft gedrängt und stigmatisiert sein, denn so laufen sie Gefahr, Opfer von Ausbeutung, Gewalt und sexuellem Missbrauch zu werden. Bisher hat allerdings das Prostitutionsgesetz die rechtliche und soziale Akzeptanz von Prostituierten nur teilweise erreicht.

Um in Nordrhein-Westfalen für weibliche und männliche Prostituierte zu einer Verbesserung der Situation zu kommen und Prostitution aus der gesellschaftlichen Grauzone heraus zu holen, hat die Landesregierung Anfang 2011 einen Runden Tisch Prostitution eingerichtet. Durch die Zusammensetzung des Gremiums wurden erstmals alle wichtigen Akteurinnen und Akteure auf Landesebene eingebunden:

  • die für die berührten Gebiete fachlich jeweils zuständigen Landesressorts MGEPA, JM, FM, MIK, MAIS, MWEBWV, MFKJKS,
  • die kommunalen Spitzenverbände auf Landesebene,
  • die Stadt Dortmund, vertreten durch die Gewerbeabteilung des Ordnungsamtes,
  • Beratungsstellen für Prostituierte bzw. Opfer von Menschenhandel (Kober; Sozialdienst kath. Frauen, Dortmund; Mitternachtsmission, Dortmund; AIDS-Hilfe Essen e.V. / LAG Männliche Prostitution),
  • die LAG Recht / Prostitution, vertreten durch Madonna e.V., Bochum,
  • die LAG kommunaler Frauenbüros / Gleichstellungsstellen und
  • zwei Prostituierte.

Weitere Personen, wie Sachverständige, Bordellbetreiberinnen und -betreiber, wurden themenbezogen eingeladen.

Aufgabe des Gremiums war es, gemeinsam ein Handlungskonzept für die Regulierung der Prostitution zu erarbeiten und dabei auch den notwendigen gesellschaftlichen Diskurs weiter voranzubringen.

Als erstes Ergebnis hat sich der Runde Tisch Prostitution einvernehmlich auf ein Grundlagenpapier verständigt, in dem er sein Selbstverständnis, den angestrebten Prozess und die Grundsätze der Zusammenarbeit festlegte.

Grundlagenpapier


In Berichten an den Landtag von Juli 2011 und Dezember 2012 sind Zwischenergebnisse aus er laufenden Arbeit des Runden Tisches dokumentiert.

Zwischenbericht 2011

Zwischenbericht 2012


Mit der Übergabe des Abschlussberichtes an Emanzipationsministerin Barbara Steffens am 8. Oktober 2014 hat der „Runde Tisch Prostitution NRW“ seine Tätigkeit beendet. In insgesamt 14 Sitzungen wurden über 70 Sachverständige aus Wissenschaft und Praxis zu einzelnen Schwerpunktthemen im weiten Feld sexueller Dienstleistungen gehört. Insbesondere wurden auch Menschen aus der Sexarbeit um Stellungnahme gebeten.

Der rund 100 Seiten starke Abschlussbericht dokumentiert die umfassende Aufarbeitung der Thematik, enthält Positionierungen zu politisch umstrittenen Fragen sowie Empfehlungen. Dabei beleuchtet er verschiedenste Formen der Prostitution und widmet den dynamischen Veränderungen des Marktes besondere Aufmerksamkeit.

Abschlussbericht – Auftrag, Herausforderungen und Ergebnisse


Der Abschlussbericht kann auch bestellt und heruntergeladen werden unter www.mgepa.nrw.de/publikationen. Bitte die Bestellnummer 148 eingeben.

Den Abschlussbericht in englischer Sprache finden Sie hier

 


MGEPA im Überblick


© MGEPA Nordrhein-Westfalen