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NRW-Aktionsplan für Gleichstellung und Akzeptanz sexueller und geschlechtlicher Vielfalt - gegen Homo- und Transphobie

SchLAu - Schwul Lesbische Aufklärung in Nordrhein-Westfalen

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NRW-Kampagne für Vielfalt der Lebensformen

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Nordrhein-Westfalen für Vielfalt: Aktionsplan stößt Veränderungsprozesse an

 

Menschen in Nordrhein-Westfalen sollen unabhängig von ihrer sexuellen Orientierung und geschlechtlichen Identität ein gleichberechtigtes und selbstbestimmtes Leben führen können. Die Landesregierung will der Diskriminierung von Lesben, Schwulen, Bisexuellen, Transsexuellen, Transgender und Intersexuellen von Anfang konsequent begegnen und sich aktiv für Akzeptanz, Wertschätzung und ein tolerantes Nordrhein-Westfalen engagieren. Das will sie unter anderem mit der Fortschreibung des "NRW-Aktionsplan für Gleichstellung und Akzeptanz sexueller und geschlechtlicher Vielfalt - gegen Homo- und Transphobie" erreichen.

Erstmals in der Geschichte des Landes ist es gelungen, Queerpolitik zum Querschnittsthema zu machen, denn alle Ressorts haben zur Verwirklichung von über 100 Maßnahmen beigetragen..

 

Leitziele des NRW-Aktionsplans

Die Leitziele und Empfehlungen als Basis für die Erstellung des NRW-Aktionsplans wurden in einem breiten Beteiligungsprozess erarbeitet. Mitgewirkt haben alle Ressorts der Landesregierung, die maßgeblichen Nichtregierungsorganisationen und die Politik.

Zu den wichtigsten Vorhaben gehören.

  • Die vollständige rechtliche Gleichstellung von
             ◦Eingetragenen Lebenspartnerschaften mit Eheleuten
              im Einkommenssteuerrecht und bei der Adoption,
             ◦von Regenbogenfamilien (das sind gleichgeschlechtlich liebende Eltern
              und ihre Kinder) und solchen, die es werden wollen, mit anderen Familien,
             ◦von Transsexuellen (Reform des Transsexuellengesetzes) und
             ◦von Intersexuellen (Berücksichtigung der persönlichen geschlechtlichen Zuordnung im Personenstandsrecht).
  • Schutz vor Diskriminierung und Gewalt: Hier geht es um eine Verbesserung der Gewaltprävention und des Opferschutzes in Kooperation mit der Polizei, aber auch um eine Kultur der Wertschätzung am Arbeitsplatz. Dringlich ist auch, nicht indizierte geschlechtsangleichende Operationen bei intersexuellen Kindern zu vermeiden.
  • Initiierung und Förderung von Forschung, Studien und Studiengängen, um die Lebenslagen von sexuellen Minderheiten transparent zu machen.
  • Gewährleistung von qualifizierten psychosozialen Beratungs- und Selbsthilfestrukturen.
  • Kompetenzerweiterung von Fachkräften in der Verwaltung und bei freien Trägern insbesondere in der Kinder-, Jugend und Familienhilfe, in Schule, Sport, Polizei und Justiz.
  • Aufklärung und Sensibilisierung aller Bürgerinnen und Bürger.

 

Die Landesregierung hat den 2012 beschlossenen NRW-Aktionsplan für Gleichstellung und Akzeptanz sexueller und geschlechtlicher Vielfalt - gegen Homo- und Transphobie mit großem Erfolg umgesetzt.

Über 100 Maßnahmen haben Eingang in laufende Programme, Gesetze oder sonstige Vorhaben der Landesregierung oder der von ihr geförderten Infrastruktur gefunden. Künftig wird es darum gehen, diese Strategie nachhaltig weiter zu verfolgen.

 

Es hat sich gezeigt, dass die aufgrund des Aktionsplans zum Teil neu geförderten Koordinierungsstellen einen großen Anteil an der weiteren fachlichen Implementierung haben und der Stärkung der Selbsthilfe dienen, deshalb sollen sie weitergefördert werden. Das sind:

  • die Landeskoordination Schwul Lesbisch Bi Trans* Aufklärung in NRW- SchLAu
  • die landesweite Fachberatung „Gleichgeschlechtliche Lebensformen in der offenen Senioren/Innenarbeit
  • die Jugendfachstelle „gerne anders!“ und
  • die Landesfachstelle für lesbische, schwule, bi und trans* Jugendarbeit NRW
  • die Landeskoordination "Schule der Vielfalt - Schule ohne Homophobie"
  • die Landeskoordination der Anti-Gewalt-Arbeit.

 

Neben der inhaltlichen Arbeit dieser Koordinierungsstellen wird die Verbesserung der Lebenssituation transidenter und intersexueller Menschen ein prioritäres Anliegen bei der Fortschreibung des Aktionsplans sein. Dabei geht es um notwendige Rechtsänderungen, um eine angemessene gesundheitliche Versorgung, um eine diskriminierungsfreie Teilhabe am gesellschaftlichen Leben sowie um eine wirkungsvolle Selbsthilfe- und Beratungsstruktur. Daneben bleibt das Thema „Regenbogenfamilien“ ein weiterer bedeutsamer fachlicher Schwerpunkt. Deren Anliegen sollen in die Strukturen der Familienhilfe integriert und notwendige Rechtsänderungen insbesondere im Abstammungsrecht sollen weiter verfolgt werden.

Wichtige Säulen der selbstorganisierten Hilfe bleiben die fünf landesgeförderten psychosozialen Beratungsstellen für Lesben, Schwule, Bisexuelle, Trans*, Inter* und ihre Angehörigen in NRW.

 

Die erfolgreiche Arbeit der Kampagne anders und gleich- Nur Respekt Wirkt soll weiter geführt werden. Vor dem Hintergrund des gesellschaftspolitischen Klimas, in dem sich verstärkt die Gegner einer Gesellschaft der Vielfalt artikulieren und formieren, besteht die Herausforderung darin, mit gezielter Aufklärung und Information Ängste und Vorurteile gegenüber LSBTI* abzubauen.

Außerdem bleibt der Austausch mit den Kommunen von Bedeutung, um den Transfer der Vorhaben des Aktionsplans in die Fläche zu befördern. Dies gilt ganz besonders für die Jugend- und die Senior_innenarbeit.

 

Die Umsetzung des Aktionsplans gelingt durch die engagierte Arbeit der Interessenvertretungen der LSBTI*-Selbsthilfe, die durch die Landesregierung unterstützt werden.

 

Weiterführende Informationen

NRW-Aktionsplan für Gleichstellung und Akzeptanz sexueller und geschlechtlicher Vielfalt - gegen Homo- und Transphobie

Bilanz und Fortschreibung des „NRW- Aktionsplan für Gleichstellung und Akzeptanz sexueller und geschlechtlicher Vielfalt – gegen Homo- und Transphobie“


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