Unterschiedliche Lebensstile und -situationen führen heute zu unterschiedlichen Anforderungen und Vorlieben hinsichtlich der jeweiligen Lebens- bzw. Wohnform. Das beschränkt sich nicht nur auf jüngere Menschen. Die meisten Menschen wollen auch im Alter ein selbstbestimmtes Leben in ihrem gewohnten und selbst gewählten Lebensumfeld führen. Dies gilt auch bei Unterstützungsbedarf oder gar bei Pflegebedürftigkeit - in der Regel bis zum Lebensende.
Der zentrale Ort, an dem man sich wohlfühlen möchte, ist die Wohnung. Gerade für ältere Menschen gilt das in einem besonderen Maße. Insbesondere dann, wenn sie in ihrer Mobilität eingeschränkt sind und sich dadurch häufig in ihrer Wohnung aufhalten. In ähnlicher Weise gilt das aber auch für das unmittelbare Wohnumfeld und für das Quartier, den Stadtteil oder das Dorf in dem die Menschen leben.
Individualität, Eigenverantwortung und Selbstverwirklichung sind den meisten Menschen dabei sehr wichtig. Die Menschen wollen ihr Quartier mitgestalten.
Wie aber könnte ein Quartier der Zukunft aussehen?
Zunächst einmal so, wie es die Menschen in der jeweiligen Stadt, Gemeinde, sei es eine Großstadt oder ein Dorf auf dem Land, sich wünschen, so wie sie es brauchen. Also wird es in Nordrhein-Westfalen viele unterschiedliche Quartiere geben. Aber es gibt schon einige "Qualitätsmerkmale" oder Mindestanforderungen - oder nennen wir es Zukunftsvisionen:
- Menschen können sich in die Quartiersgestaltung einbringen - es gibt Gremien (Seniorenvertretungen), Runde Tische oder Ansprechpersonen (Quartiersmanager oder -kümmerer).
- ambulante Pflege und Betreuung können abgerufen werden, wenn sie benötigt wird.
- es gibt Räume und Plätze der Begegnung auch zwischen den Generationen - soziale Kontakte sind vorhanden
- Mobilität ist gewährleistet - Ampelphasen, ÖPNV, etc. - aber auch Ruhe-Bänke und - ganz wichtig - Toiletten sind vorhanden.
- Einkaufsmöglichkeiten, Ärzte, Apotheken, Friseur, Optiker, etc. - alles ist in der Nähe oder kommt bei Bedarf nach Hause.
- bei Bedarf stehen haushaltsnahe Dienstleistungen zur Verfügung und können angefordert werden.
- Kirchen und religiöse Gemeinschaften können besucht werden.
- Die Menschen können auch im Alter und mit Behinderungen kulturelle und/oder Bildungsangebote besuchen und Sportanlagen nutzen (Büchereien, Schwimmbäder, etc.)
- Krankheiten, Unfälle und Pflegebedarf werden präventiv verhindert (z. B. durch Aufklärung bei Diabetes oder Wohnberatung)
- Für Kindergeschrei und Ruhebedarf ist gleichermaßen Platz und beiderseitiges Verständnis.
- Der Aufenthalt auf den Straßen ist - auch in der Dunkelheit - sicher - es gibt keine „Angst-Ecken“.
Nicht alles ist schnell zu erreichen - aber wir möchten die Kommunen auf ihren Wegen zu altersgerechten Quartieren unterstützen.
Im Quartier der Zukunft leben nicht Pflegebedürftige, Steuerzahler, Demenzkranke, Sportler, Fahrgäste, Migranten, Versicherte oder Autofahrer, - sondern einfach Menschen, „wie Du und ich“ - Menschen, die leben, wohnen und alt werden.