Geben und Nehmen
Ältere sind kein segmentierter Teil der Gesellschaft und wollen auch nicht so behandelt werden. Die Mehrzahl wünscht den selbstverständlichen, von gegenseitigem Respekt getragenen Kontakt zu Jüngeren. Dies ist bei allen seniorenpolitischen Maßnahmen zu berücksichtigen. Ältere Menschen unterstützen ihre Familien in vielerlei Hinsicht, sowohl materiell, als auch immateriell, zum Beispiel durch Transferzahlungen Älterer an Jüngere und durch Kinderbetreuung. Viele Ältere leisten diese Unterstützung auch außerhalb der Familien im Rahmen ihres bürgerschaftlichen Engagements.
Netzwerk Ehrenamt auf Prosper III
Auf dem ehemaligen Gelände der Zeche Prosper III ist ein Wohnzentrum für etwa zweitausend Menschen entstanden. Im Netzwerk Ehrenamt engagieren sich Ältere unter anderem mit einem Vorlesedienst im Kindergarten.
Gemeinsames Engagement
Bürgerschaftliches Engagement hat eine wichtige intergenerative Funktion. Ältere Menschen können vor dem Hintergrund ihrer Erfahrungen wichtige Beiträge im Bereich der Kinder- und Jugendhilfe leisten, umgekehrt nimmt bei der Förderung des bürgerschaftlichen Engagements von Kindern und Jugendlichen die Begegnung mit älteren Menschen und ihre Unterstützung einen wichtigen Stellenwert ein.
Engagement von Alt und Jung - Generationenübergreifende Freiwilligendienste
Generationenübergreifende Freiwilligendienste sind derzeit an vielen Orten in Nordrhein-Westfalen im Ausbau begriffen. Sie sprechen Ältere und Jüngere an und vermitteln gegenseitige Hilfe, Erfahrungs- und Wissensaustausch.
Intergenerative Projekte in Nordrhein-Westfalen
Studie der Forschungsgesellschaft für Gerontologie, Dortmund
Intergenerative Projekte in NRW
Mit dem Eintritt in den Ruhestand wollen die meisten älteren Menschen keineswegs eine inaktive Lebensphase beginnen. Vielmehr wünschen sich viele Ältere neue Perspektiven. Sie möchten noch einmal etwas Neues lernen, Kontakte pflegen oder knüpfen und sind bereit, eigene Erfahrungen weiterzugeben oder Verantwortung für andere zu übernehmen. Ausgestattet sind sie zumeist mit hohen fachlichen und sozialen Kompetenzen, erworben in einem langen Berufsleben. Dies gilt ebenso für Frauen, die eine Familie gemanagt haben und vielfach daneben auch noch für die Pflege der Eltern und Schwiegereltern zuständig sind.
Weiterführende Informationen
"Demographischer Wandel und soziale Infrastruktur" - Bericht der 88. ASMK
Die Ministerinnen und Minister für Arbeit und Soziales haben auf ihrer 88. Konferenz Ende November 2011 (ASMK) den Bericht "Demographischer Wandel und soziale Infrastruktur" beschlossen. Er enthält gute, nachahmenswerte Bespiele der Länder für die Weiterentwicklung der sozialen Infrastruktur im demographischen Wandel in den Handlungsfeldern "Kinder/Jugend", "Familien" und "ältere Menschen". Die erwähnten Projektträger haben zugesichert, an einem Transfer mitzuwirken.
Der Bericht weist unter anderem auf die Notwendigkeit hin, die Quartiere altersgerecht zu entwickeln und dabei künftig stärker als bisher mit geschlechter- und kultursensiblen Konzepten die Vielfalt der Lebensformen in der Bevölkerung zu beachten. Als übergreifende Empfehlungen nennt der Bericht die Notwendigkeit einer breite Teilhabe der Bevölkerungsgruppen und die gemeinwesenorientierte Zusammenarbeit in der Kommunalpolitik der Städte und Gemeinden, um die notwendigen Innovationen für die soziale, demographiefeste Infrastruktur mit breiter Zustimmung zu erreichen.
Im Gegensatz zur eher angebotsorientierten Perspektive in der Raumordnung muss die Entwicklung der sozialen Infrastruktur "vom Menschen aus", also nachfrageorientiert gedacht werden. An den Bund wird appelliert, Bundesprogramme in den Handlungsfeldern in Kooperation mit den Ländern zu entwickeln. Im Beschluss der ASMK zum Bericht haben die Länder vereinbart, bei der Forschung über für die Älteren geeignete Teilhabestrukturen und bei der Erstellung von Strategien für ein Transfermanagement zusammenzuarbeiten
"Demographischer Wandel und soziale Infrastruktur"